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Homeoffice-Arbeitsplatz: Worauf es aus physiotherapeutischer Sicht ankommt

Das Homeoffice bringt zwei Probleme mit, die im Büro seltener auftreten: Die Ausstattung ist selten für lange Arbeitstage gedacht, und die Wege fehlen, die im Büro ganz nebenbei für Bewegung sorgen. Beides lässt sich verbessern, meist ohne große Anschaffungen. Entscheidend ist, den Laptop nicht dauerhaft zum Hauptarbeitsgerät auf dem Küchentisch zu machen und Bewegung bewusst wieder einzubauen.

Das Grundproblem Laptop

Ein Laptop ist ein Kompromiss: Bildschirm und Tastatur hängen zusammen. Stellen Sie ihn so hin, dass der Bildschirm gut lesbar ist, sitzt die Tastatur zu hoch. Stellen Sie ihn so hin, dass die Hände bequem tippen, schauen Sie nach unten. Für kurze Zeit ist das egal, über Monate hinweg nicht.

Die Lösung ist einfach und kostet wenig: Bildschirm hoch, Tastatur separat. Ein Stapel Bücher oder ein Karton hebt den Laptop auf eine gute Höhe, dazu eine externe Tastatur und Maus. Wer einen zweiten Bildschirm hat, nutzt ihn als Hauptbildschirm. Diese Kombination ist der größte Einzelgewinn im Homeoffice.

Tisch und Stuhl mit Hausmitteln

Ein Esstisch ist meist etwas zu hoch, ein Esszimmerstuhl meist zu niedrig und ohne nutzbare Lehne. Man kann viel mit dem verbessern, was da ist.

  • Sitzhöhe erhöhen, etwa mit einem festen Kissen, bis die Unterarme entspannt aufliegen
  • Wenn die Füße dann in der Luft hängen, eine Unterlage nutzen, damit sie Kontakt haben
  • Ein zusammengerolltes Handtuch im unteren Rücken, wenn die Lehne nicht stützt
  • Den Bildschirm frontal ausrichten, statt den Kopf dauerhaft zur Seite zu drehen
  • Für Licht sorgen, das nicht blendet und nicht spiegelt

Diese Maßnahmen sind nicht perfekt, aber sie sind sofort umsetzbar. Wenn Homeoffice dauerhaft bleibt, lohnt eine bessere Ausstattung, und viele Arbeitgeber unterstützen das. Fragen Sie nach.

Der Sofa- und Bettarbeitsplatz

Arbeiten auf dem Sofa oder im Bett ist bequem und für eine kurze Phase unproblematisch. Zum Dauerzustand sollte es nicht werden, weil die Position sehr wenig Wechsel zulässt und Nacken und Schultern über Stunden in einer Stellung bleiben.

Wenn es sich nicht vermeiden lässt, gilt zumindest: die Position häufig ändern, den Bildschirm so weit wie möglich anheben und die Phase begrenzen. Die Vorstellung, das mache nichts, weil es sich gut anfühlt, trügt oft, denn Beschwerden entstehen mit Verzögerung.

Die verlorene Bewegung

Im Büro entstehen Wege ganz von selbst: der Weg zur Arbeit, zur Kantine, zur Besprechung, zu Kolleginnen. Im Homeoffice fallen sie alle weg, und der Tag kann sich in wenigen Quadratmetern abspielen. Das ist der eigentliche Unterschied, mehr als der Stuhl.

Deshalb muss Bewegung bewusst ersetzt werden. Bewährt hat sich, sie an ohnehin bestehende Anlässe zu koppeln: Telefonate im Gehen, nach jeder Besprechung kurz aufstehen, die Mittagspause draußen, ein Weg vor Arbeitsbeginn als Ersatz für den Arbeitsweg. Wer auf Motivation wartet, verliert.

Grenzen und Erholung

Ein unterschätzter Faktor ist die fehlende Trennung. Wenn Arbeit und Wohnen im selben Raum stattfinden, fehlt der Übergang, und viele arbeiten länger und mit weniger Unterbrechungen als im Büro. Dauerhafte Anspannung und wenig Erholung schlagen sich körperlich nieder, oft in Nacken und Schultern.

Deshalb gehören Pausen, ein klares Ende und ein Ritual, das den Arbeitstag abschließt, zur Sache. Das ist keine Wohlfühlempfehlung, sondern Teil dessen, was Beschwerden vorbeugt.

Der Wechsel zwischen Büro und Zuhause

Viele arbeiten heute an beiden Orten, und genau das bringt eine eigene Schwierigkeit mit: Zwei unterschiedlich eingerichtete Arbeitsplätze bedeuten zwei unterschiedliche Haltungen, und der schlechtere von beiden bestimmt oft, wie es Ihnen geht.

Sinnvoll ist deshalb, den heimischen Platz nicht als Provisorium zu behandeln, nur weil Sie ihn nicht jeden Tag nutzen. Gerade weil dort die Ausstattung fehlt, lohnt sich die einmalige Einrichtung. Umgekehrt hat der Wechsel einen Vorteil, den man nutzen kann: Er bringt automatisch Abwechslung in Haltung und Wege. Wer zusätzlich die Tage bewusst plant, etwa lange Besprechungen an den Ort mit der besseren Ausstattung legt, verteilt die Belastung sinnvoller.

Fazit

Heben Sie den Bildschirm an und nutzen Sie externe Tastatur und Maus, das ist der größte Gewinn. Verbessern Sie Stuhl und Tisch mit Hausmitteln, meiden Sie Sofa und Bett als Dauerarbeitsplatz und ersetzen Sie die Wege, die im Homeoffice wegfallen. Und achten Sie auf ein Ende des Arbeitstags.

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